Etikette und Anstand, Respekt und politische Korrektheit – weshalb man Arschloch sein aber niemanden als solches bezeichnen darf

Regeln darüber, wie Menschen miteinander umzugehen haben, lassen sich idealerweise gemäss ihrer Universalität ordnen. Viele Regeln sind bekanntermassen kulturabhängig. Beispielsweise unterscheiden sich Begrüssungsregeln von einer sozialen Gruppe zur nächsten oder von einer Ethnie zur anderen. Viele Regeln, welche es zu befolgen gilt, sind reine Konvention oder mit anderen Worten willkürlich. In vielen Fällen ist nur schwer zu begründen, weshalb eine andere Verhaltensweise als die sogenannt «anständige» geächtet oder anders negativ sanktioniert werden sollte. Die Behauptung, etwas gehöre sich nicht, ist keine Begründung. Im schlimmsten Fall dient Etikette dazu, soziale Unterschiede sichtbar zu machen und möglicherweise damit sogar soziale Ausgrenzung oder Benachteiligung zu rechtfertigen. Bei manchen Benimmregeln ist schwer zu ergründen, welche andere Funktion diese Regeln haben könnten. (Beispielsweise ist die Funktion von verschiedenen Kleiderordnungen, insbesondere Business-Dress, zu signalisieren, dass man angepasst ist.)

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