Etikette und Anstand, Respekt und politische Korrektheit – weshalb man Arschloch sein aber niemanden als solches bezeichnen darf

Regeln darüber, wie Menschen miteinander umzugehen haben, lassen sich idealerweise gemäss ihrer Universalität ordnen. Viele Regeln sind bekanntermassen kulturabhängig. Beispielsweise unterscheiden sich Begrüssungsregeln von einer sozialen Gruppe zur nächsten oder von einer Ethnie zur anderen. Viele Regeln, welche es zu befolgen gilt, sind reine Konvention oder mit anderen Worten willkürlich. In vielen Fällen ist nur schwer zu begründen, weshalb eine andere Verhaltensweise als die sogenannt «anständige» geächtet oder anders negativ sanktioniert werden sollte. Die Behauptung, etwas gehöre sich nicht, ist keine Begründung. Im schlimmsten Fall dient Etikette dazu, soziale Unterschiede sichtbar zu machen und möglicherweise damit sogar soziale Ausgrenzung oder Benachteiligung zu rechtfertigen. Bei manchen Benimmregeln ist schwer zu ergründen, welche andere Funktion diese Regeln haben könnten. (Beispielsweise ist die Funktion von verschiedenen Kleiderordnungen, insbesondere Business-Dress, zu signalisieren, dass man angepasst ist.)

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Autorität statt Argument – der Imperialismus der «Avengers»

«Unterschreiben wir, geben wir das Recht auf freie Entscheidung auf. Was, wenn die uns irgendwo hinschicken, wo wir nicht wollen? Oder wir wollen irgendwo hin und die lassen uns nicht? Wir würden zwar nicht perfekt sein, aber auf uns können wir uns wenigstens verlassen», sagt «Captain America», mit bürgerlichem Namen Steve Rogers, in der deutschen Synchronfassung von «The First Avenger: Civil War». Debattiert wird bei den «Avengers» – einer Gruppe Superhelden, die schon mehrmals die Welt gerettet hat –, ob sie ein Abkommen der Vereinten Nationen unterzeichnen sollen. Über den Inhalt des Abkommens ist nur bekannt, dass die «Avengers» zukünftig unter Aufsicht eines UN-Gremiums operieren sollen. Aus dem Zusammenhang wird klar, dass die Antwort auf die zweite Frage von Captain America lauten würde, dass sich die «Avengers», wenn sie ohne Genehmigung des UN-Gremiums bei einer Operation Gesetze verletzten, dafür (strafrechtlich) zur Verantwortung gezogen würden. Die erste Frage bleibt unbeantwortet, auch wenn das vorliegende Abkommen sehr umfangreich zu sein scheint und entsprechend die Frage kaum offen bleiben dürfte.

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Weshalb Klimapolitik tatsächlich wirtschaftsfeindlich ist – Ein Kommunikationsvorschlag

Grüne Politiker*innen sehen sich, wenn sie danach gefragt werden, ob ihre Politik wirtschaftsfeindlich sei, genötigt, dies zu verneinen. Wahrscheinlich tun sie dies aus Überzeugung. Doch sie erliegen dabei dem Irrtum, dass die Wirtschaft der Logik eines gesamtgesellschaftlichen Interesses zu folgen hätte. Oder sie glauben, sie müssten als wirtschaftsfreundlich gelten, weil die Wirtschaft von Wähler*innen als gesellschaftsfreundlich wahrgenommen werde. Kern wirtschaftlichen Handelns ist es aber gerade, nicht gesamtgesellschaftliche Interessen sondern Eigen- und entsprechend Partikularinteressen zu verfolgen.

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Eigenverantwortung und Klimaschutz – eine Begriffsklärung

1. Verantwortung zu übernehmen heisst, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu tragen.
2. Menschen, die fossile Energie nutzen oder auf andere Art dafür sorgen, dass Treibhausgase emittiert werden, sind dafür verantwortlich, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde ansteigt. (Entscheidend sind Konsum und Produktion, da ohne Konsum keine Produktion stattfindet, Konsument*innen aber nicht genügend stark in Produktionsprozesse Einblick nehmen können, was für eine verantwortliche Entscheidungsfindung notwendig wäre – was zumindest so lange gilt, bis tatsächlich Kostenwahrheit besteht.)

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Anspruch und Wirklichkeit in der liberalen Utopie oder Das «Ende der Geschichte» in «Star Trek: The Next Generation»

Gewöhnlich wird eine Utopie im Sinne einer idealisierten Gesellschaft an der Möglichkeit gemessen, wie weit sie in der Realität umgesetzt werden könnte – ob die Voraussetzungen, die getroffen werden, damit die Gesellschaft funktionieren kann wie dargestellt, in der Realität vorhanden sind (oder inwieweit es plausibel ist, dies in Zukunft zu erreichen). Beispielsweise kann sich die Frage stellen, ob die Menschen jene Qualitäten aufweisen, die erforderlich sind, damit sie sich entsprechend den Anforderungen verhalten. Das kann unter anderem eine bestimmte Gefühlswelt der Menschen voraussetzen, damit ihre Tätigkeiten beispielsweise die versprochene Befriedigung liefern und sie deshalb kein Interesse haben, aus den Strukturen auszubrechen.

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